Rundgang zeigt Handlungsbedarf bei Barrierefreiheit in Breckerfeld

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Begehung zur Barrierefreiheit am Busbahnhof Ostring in Breckerfeld.

Wie barrierefrei ist Breckerfeld im Alltag? Dieser Frage gingen am Montag, 16. März 2026, rund 17 Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit dem Sozialverband Deutschland (SoVD) und der SPD Breckerfeld bei einem Rundgang durch die Innenstadt nach.

Die gut besuchte Begehung startete am Busbahnhof Ostring und führte durch zentrale Bereiche der Stadt. Ziel war es, die Alltagstauglichkeit von Gehwegen, Querungen und öffentlichen Einrichtungen insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu überprüfen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Werner Frühauf, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes Iserlohn-Hagen und engagiertes Mitglied der SPD Breckerfeld. Fachlich begleitet wurde der Rundgang von Dr. Michael Spörke vom SoVD Nordrhein-Westfalen, dessen Expertise viele Probleme klar benannte und einordnete.

Konkrete Probleme sichtbar gemacht

  • Gehwege mit starker Schräglage und Schäden wie Löcher
  • Falsch gesetzte Bodenindikatoren für Sehbehinderte
  • Zu kurze Ampelphasen sowie fehlende akustische Signale
  • Hohe Bordsteine und unzureichende Absenkungen an Übergängen
  • Schwierige Querungen, etwa an der Langscheider Straße
  • Probleme beim Zugang zu Geschäften, Arztpraxen und öffentlichen Einrichtungen
  • Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr, etwa beim Einstieg mit Rollator

Auch Details wie zu hoch angebrachte Klingeln oder schlecht erreichbare Einrichtungen wurden angesprochen.

Barrierefreiheit als Daueraufgabe Deutlich wurde
Die baulichen Gegebenheiten und die gewachsene Struktur der Stadt erschweren in vielen Bereichen eine barrierefreie Gestaltung. Gleichzeitig zeigte der Rundgang aber auch, wie wichtig konkrete Vor-Ort-Begehungen sind, um Probleme sichtbar zu machen und Verbesserungen anzustoßen. Angesichts des demografischen Wandels und einer künftig deutlich älteren Bevölkerung ist in vielen Bereichen eine erheblich bessere barrierefreie Gestaltung erforderlich. „Barrierefreiheit ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe“, hatte Werner Frühauf bereits im Vorfeld betont – ein Eindruck, der durch die praktischen Erfahrungen während der Begehung bestätigt wurde.

Weitere Schritte geplant
Die Ergebnisse sollen nun weiter ausgewertet und in Gesprächen vertieft werden. Geplant ist unter anderem ein Austausch mit Bewohnerinnen und Bewohnern des betreuten Wohnens, um zusätzliche Perspektiven einzubeziehen. SPD und SoVD kündigten an, die gewonnenen Erkenntnisse in die kommunalpolitische Arbeit einzubringen, um Breckerfeld schrittweise barriereärmer zu gestalten.

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