Voll gegen die Wand - Mehrheit von CDU und Wählergemeinschaft verhindern Schulentwicklung

Schule und Bildung

Schüler, Eltern und Lehrer demonstrieren für die Einführung des gebundenen Ganztags (Foto midas)

Breckerfeld (midas) „Ein schwarzer Tag für Breckerfeld“, war das bittere Fazit von Arno Förster, dem Fraktionsvorsitzenden der SPD im Rat der Stadt Breckerfeld. Dem Antrag der SPD, das dringende Thema „Einführung des gebundenen Ganztags für die St. Jakobus-Realschule durch finanzielle Unterstützung der Stadt Breckerfeld“ auf die Tagesordnung der Sitzung der Stadtvertretung zu nehmen, konnten sich CDU und Wählergemeinschaft nicht anschließen. Die SPD-Fraktion wollte Rechtssicherheit für die vielen Eltern, die ihre Kinder aufgrund des geplanten Ganztages für die Realschule angemeldet haben, aber auch für das Lehrpersonal und den Schulträger schaffen.

Unfassbar aber wahr: Die Mehrheit von CDU und Wählergemeinschaft hat sich einer öffentlichen Aussprache über dieses für die schulische Infrastruktur unserer Stadt so wichtige Projekt stur verweigert. Da halfen auch alle guten Argumente der zahlreich vertretenen Schüler, Eltern und Lehrer der Realschule nichts, die noch auf eine verantwortungsvolle Ausübung des Mandats ihrer Ratsvertreter vertrauten. Sie sahen sich einer Phalanx von CDU und Wählergemeinschaft im Rat gegenüber, die sich bereits so tief in ihrem ideologischen Graben verschanzt hatte, dass sie offensichtlich nicht mehr die Kraft besaß, einmal über diesen Grabenrand hinauszuschauen. Dann hätten diese Ratsvertreter und Ratsvertreterinnen nämlich erkennen müssen, dass durch ihr Verhalten ein irreparabler Schaden für das Image dieser Stadt entstanden ist. Vordergründig ging es ums Geld. Aber in Wahrheit ging es um das Konzept des gebunden Ganztages, das man durch das Schieben auf die lange Bank aushebeln wollte. Da werden Argumente aus der Mottenkiste der 50er Jahre bemüht, als die Frau offensichtlich noch an den Herd gehörte und für die häusliche Kindererziehung gerade zu stehen hatte. Dass hier sogar die Landes- und Bundes-CDU – Gott sei Dank – in ihrem Familienverständnis meilenweit weiter ist und den gebunden Ganztag zur offiziellen Schulpolitik erklärt, hat sich bis zu den CDU-Vertretern in Breckerfeld ganz offensichtlich noch nicht herumgesprochen. So hat die Stadt, die sich gern familienfreundlich präsentiert, aber jetzt offensichtlich nicht mit einem zeitgemäßen Schulangebot aufwarten kann, Schaden genommen und bei all den Eltern hat die Verweigerungshaltung von CDU und Wählergemeinschaft für eine tief greifende Enttäuschung gesorgt, die ihre Kinder gern am Ort auf eine weiterführende Schule – mit exzellentem Ruf weit über Breckerfeld hinaus – geschickt hätten. Erwartungsgemäß hat die evangelische Landeskirche auch prompt die Einführung des gebundenen Ganztags auf Eis gelegt. Die Hardliner in CDU und Wählergemeinschaft, die sich offensichtlich in ihren Fraktionen durchsetzen konnten, haben durch ihr Abstimmungsverhalten ein zukunftsweisendes pädagogisches Projekt, in das viel Hoffnung gesetzt wurde, voll vor die Wand gefahren. Damit haben CDU und Wählergemeinschaft auch dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung einen Tritt vors Schienbein verpasst. Von dort wurde nämlich ein finanziell und inhaltlich ausgewogenes Konzept erarbeitet, nach dem die Stadt der ev. Landeskirche einen Zuschuss über 385.000 € verteilt auf sechs Jahre zur Verfügung stellen wollte. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Rat der Stadt Breckerfeld mahnt öffentlich in einem Leserbrief an „in dieser Angelegenheit vorsichtig und verantwortungsbewusst mit dem Geld der Breckerfelder Bürger umzugehen“. Das scheint aber die CDU-Fraktion dem nach Aussagen der Verwaltung „belastbaren Konzept“ ihres eigenen Bürgermeisters nicht zuzutrauen, einem Bürgermeister, der wahrlich nicht als verschwendungssüchtig bekannt ist. Damit wird der Vorgang vollends zur Provinzposse. Dieser 13. Juli 2010 wird als schwarzer Dienstag in die Geschichte von Breckerfeld eingehen. Das hat unsere Stadt, haben die Bürgerinnen und Bürger von Breckerfeld einfach nicht verdient!

 
 

Webmaster

WebsoziCMS 3.8.9 - 882452 -

WebsoziInfo-News

10.11.2019 20:26 Die Grundrente kommt!
Frauen und Männer, die nur wenig Rente haben trotz eines langen Arbeitslebens, werden künftig spürbar mehr in der Tasche haben. Die Grundrente kommt! Auf die Einzelheiten haben sich heute die Spitzen der Großen Koalition geeinigt. Die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer lobt den Kompromiss als „sozialpolitischen Meilenstein“. weiterlesen auf https://www.spd.de/aktuelles/grundrente/

10.11.2019 17:18 Die Grundrente kommt!
„Eine Grundrente, die ihren Namen verdient, steht“, freut sich SPD-Fraktionsvizin Katja Mast nach der Einigung der Koalition. Die Lebensleistung der Menschen steht im Mittelpunkt. „Der Knoten ist geplatzt – das ist gut. Wir haben immer gesagt, dass die Lebensleistung der Menschen im Mittelpunkt stehen muss. Ich bin unserem Verhandlungs-Team rund um Arbeitsminister Hubertus Heil und

09.11.2019 11:26 „Die Ideale der Friedlichen Revolution bestehen fort“
Vor 30 Jahren wurde die ganze Welt Zeuge, wie mutige Frauen und Männer die Berliner Mauer überwanden. Mauern fallen, wenn Menschen sich friedfertig und mutig versammeln, um Unrecht und Willkür zu überwinden. Mauern fallen, wenn Menschen allen Mut aufbringen, um in einer freien und gerechten Gesellschaft zu leben. Unsere freie Gesellschaft, die vor 30 Jahren

06.11.2019 17:12 Was die SPD in der Regierung geschafft hat
Bestandsaufnahme zur Halbzeit der Wahlperiode Zwei Drittel der SPD-Mitglieder haben vor zwei Jahren entschieden, dass wir in der Regierung wichtige sozialdemokratische Ziele umsetzen sollen. Und sie haben uns beauftragt, in der Mitte der Wahlperiode die Leistung der Koalition zu überprüfen. Grundlage dafür ist die Bestandsaufnahme der Bundesregierung. Eine Bewertung nimmt dann der Parteitag im Dezember

05.11.2019 17:23 Auch neue Gentechniken und ihre Produkte müssen sicherheitsüberprüft und gekennzeichnet werden
Carsten Träger, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, äußert sich zur heutigen Gentechnik-Anhörung im Ernährungsausschuss. „Bei neuen Gentechniken wie CRISPR/Cas haben wir durch das Urteil des Europäischen Gerichtshof aus 2018 eine glasklare Rechtslage, die keine Wünsche offenlässt. Experten haben dies in der heutigen Anhörung erneut bestätigt. Wir brauchen keine Novelle der geltenden EU-Freisetzungsregelung für genveränderte Pflanzen. Die Vermeidung

Ein Service von websozis.info

 

Counter

Besucher:882453
Heute:6
Online:1