Thierse: Kulturelle Bildung für Vielfalt und Toleranz

Schule und Bildung


Wolfgang Thierse in Schwelm

Breckerfeld/Ennepe-Ruhr. Keinen Geringeren als Wolfgang Thierse trafen Mitglieder des SPD-Ortsvereins Breckerfeld jetzt ganz in der Nähe: Im Ibach-Haus in der Kreisstadt Schwelm sprach der Bundestagsvorsitzende über sozialdemokratische Kulturpolitik.

"Die SPD war immer auch eine Kultur- und Bildungsbewegung“, ging er weit in die Geschichte zurück: Schon 1896 hätten Delegierte in Gotha ein Transparent hoch gehalten mit der Aufschrift „Der Sozialismus ist der Träger aller Kultur!“ Es gehe um die Förderung und Ermöglichung künstlerischen Schaffens, um Vielfalt, Toleranz, Integration. „Unser Konzept zielt auf Dialog, nicht auf Abgrenzung“, plädierte er für ein flächendeckendes Kulturangebot mit niedriger Zugangsschwelle. Kulturpolitik müsse mehr sein als bloße Kulturverwaltung, trotz Einsparzwängen gelte es, Visionen zu ermöglichen. Von Investitionen in diesen Bereich profitiere immer mehr auch die Wirtschaft, sprach Thierse Begriffe wie „Standortfaktor“ und „Lebensqualität“ an. Es gelte, Wege zu finden mit dem Ziel, flächendeckenden Abbau von entsprechenden Einrichtungen zu verhindern und Substanz zu retten. Man müsse schauen, wie man von anderen Kommunen lernen könne, wie mehr privates Engagement zu mobilisieren sei. Dabei sprach er sich ganz klar für das Neue, das Experimentelle aus, für die Vielfalt, für die Freiheit des Künstlers und der Künste.´

Zu Gast in der Runde war auch der hiesige Bundestagsabgeordnete Renè Röspel, und der nannte Thierses Definition, Kulturpolitik heiße „ermöglichen“, schlicht genial. Dass Kinder lernen, sich künstlerisch zu betätigen, habe er erst kürzlich beim Besuch einer Ganztagsschule erlebt, war er mit Wolfgang Thierse einer Meinung: „Kulturelle Bildung ist ein wesentliches Argument der Ganztagsschulen.“ (ann)

 
 

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